Zwei Podcasts zur Klimakrise

Zwei Podcasts zur Klimakrise

Podcasts gibt es ohne Ende und natürlich befassen sich viele ganz oder teilweise auch mit der immer dringender werdenden und weltweit alle Menschen betreffenden Klimakrise, deren Auswirkungen nach jahrzehntelang von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft ignorierten Warnungen, jetzt leider immer deutlicher spürbar werden. Zwei dieser Podcasts möchte ich hier vorstellen, weil ich sie selbst regelmäßig höre, wenn ich mit dem Fahrrad von Engter nach Osnabrück zum Training radle:

Kemferts Klimapodcast: In diesem Podcast des MDR beantwortet Prof. Dr. Claudia Kemfert kenntnisreich und kompetent und erfreulich ruhig und optimistisch Fragen rund um Klimakrise. Selbst komplexe Sachverhalte stellt sich verständlich dar, ohne sie zu sehr zu vereinfachen. Kemfert ist seit Jahrzehnten in der Klimaforschung und in den Wirtschaftswissenschaften aktiv. Seit 2004 leitet die Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung und berät in dieser Funktion die Bundesregierung, auch wenn sie sicherlich oft an den politischen Resultaten verzweifeln mag. Außerdem hat sie einen Lehrstuhl für Energiewirtschaft und Energiepolitik an der Leuphana Universität inne und ist Trägerin diverser Wissenschaftspreise. In der aktuellen Folge ihres Podcastes geht es um die Frage, wie wir unabhängig von Putins Lieferungen fossiler Energieträger werden. Kemfert legt gewohnt sachkundig dar, dass es eine Frage des politischen Willens ist, wie schnell das gehen kann. Der Ampel-Koalition, insbesondere Habecks Wirtschaftsministerium stellt sie, gemessen an den politischen und technischen Möglichkeiten, ein gutes Zeugnis aus – ganz anders als der zweite Podcast:

1,5 Grad – der Klimapodcast mit Luisa Neubauer: Luisa Neubauer ist vielleicht die deutsche Mitstreiterin schlechthin von Greta Thunberg und ein wichtiges Gesicht der hiesigen Fridays-for-Future-Bewegung. Ihre Beiträge in diversen Talkshows sind immer klar, nachvollziehbar, sachlich und engagiert und haben schon oft altgediente Profipolitiker in meinen Augen sehr alt und teilweise sogar korrupt aussehen lassen. In ihrem Klimapodcast 1,5 Grad lädt sie die unterschiedlichsten und mitunter überraschendsten Gäste ein, bspw. sogar einmal den Formel-1-Rennfahrer Sebastian Vettel, um mit ihnen über Fragen des Kampfes gegen die Klimakrise zu besprechen. Ihre Bewertung der ersten 100 Tage Ampel-Koalition sieht ganz anders aus, als die Kemferts, misst sie die Regierung doch primär an dem, was faktisch nötig wäre, damit Deutschland seine Klimaziele erreichen kann.


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